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Montag, 26. Oktober 2020

Medienmitteilung der Taskforce Culture: Der Kultursektor braucht Klarheit und einheitliche Regeln

Der Kultursektor kann nachvollziehen, dass zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie einschneidendere Massnahmen notwendig sind. Diese werden aber viele Kulturschaffende und Kulturunternehmen endgültig existenziell gefährden. Staatliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten müssen mit rascher und unbürokratischer finanzieller Hilfe abgefedert werden. Der Einbezug der Kulturverbände auf allen Ebenen der Staatsorganisation (Bund, Kantone und Gemeinden) ist wichtiger denn je.

Bild: Taskforce Culture/SUISA

Die vier Hauptforderungen der Taskforce Culture

  • Schweizweit einheitliche Regelungen für Kulturveranstaltungen
  • Einbezug der Kulturverbände bei der Ausgestaltung der gesamtwirtschaftlichen Massnahmen (Kurzarbeit, Corona-Erwerbsersatz)
  • Frühzeitige Information der Kulturverbände über Pandemiemassnahmen und Einbezug bei der konkreten Umsetzung
  • Rasche und unbürokratische Leistung der versprochenen finanziellen Unterstützung

Es ist nachvollziehbar, dass Bund und Kantone handeln müssen, um die rasant zunehmende

Verbreitung von Covid-19 zu stoppen. Auch der Kultursektor will keine überfüllten

Intensivstationen und keine Überlastung der Gesundheitsfachpersonen. Ihnen gilt unser

allergrösster Respekt. Daher hat die Schweizer Kulturbranche seit dem ersten Lockdown die

Massnahmen des Bundes engagiert umgesetzt, funktionierende Schutzkonzepte erarbeitet

und konsequent angewendet. Nur selten stecken sich Menschen bei Kulturanlässen an.

 

Die Situation ist ernst

Für die Kulturschaffenden (dazu gehören auch Fachpersonen im Bereich

Veranstaltungstechnik), die Kulturunternehmen (z.B. Veranstaltende), aber auch Zulieferer

(z.B. Catering-Services) werden ein erneuter Lockdown oder weitere Einschränkungen von

Veranstaltungen existenziell bedrohlich. Der Kultursektor besteht aus zahlreichen

Selbstständigerwerbenden oder befristet Angestellten. Es sind Kleinstunternehmer*innen,

die allfällige Ersparnisse während dem ersten Lockdown aufgebraucht haben. Die

Veranstaltenden sind auf Einkünfte angewiesen, oder sie müssen ihren Betrieb dauerhaft

einstellen. Die momentan herrschende Unsicherheit macht das Planen von Veranstaltungen

unmöglich. Die Sponsorensuche ist deutlich erschwert, wenn keine Anlässe mehr stattfinden

oder das Risiko hoch ist, dass geplante Veranstaltungen abgesagt werden müssen. 

 

Unterstützungsmassnahmen braucht es jetzt

Die Unterstützungsmassnahmen für Kulturschaffende, Kulturunternehmen und

Kulturvereine im Laienbereich gemäss der Covid-19-Kulturverordnung sind eine gute

Grundlage für die Weiterführung von Finanzhilfen und den Erhalt der kulturellen Vielfalt.

Nun müssen sie aber auch rasch umgesetzt resp. weitergeführt werden. Leider haben aber

viele Kantone die Ausfallentschädigungen für das letzte halbe Jahr noch nicht oder nur zum

Teil ausbezahlt. Die zentral organisierte Nothilfe durch Suisseculture Sociale hat dagegen gut

funktioniert, was besonders für die zahlreichen Freischaffenden aus dem Kulturbereich

überlebenswichtig war und sein wird.

 

Entscheidend wird in den nächsten Monaten aber auch sein, wie der Erwerbsersatz

umgesetzt wird. Bisher liegt noch keine entsprechende Verordnung vor, obwohl die

Betroffenen seit dem 16. September keinen Erwerbsersatz mehr erhalten. Die Zeit drängt.

Dabei ist es für die Kulturbranche unabdingbar, dass nicht nur Einbussen durch

Veranstaltungsverbote entschädigt werden, sondern auch die Einbussen in Folge der

fehlenden Buchungen. Für Angestellte dagegen wird die Kurzarbeit zentral sein.

 

Weiter ist eine rasche Umsetzung der Härtefall-Massnahmen für Unternehmen (Art. 12

Covid-19-Gesetz) überlebensnotwendig. Wann fliessen die versprochenen Gelder? Im

Frühjahr wird es für viele zu spät sein.

 

Zu grosse Unsicherheit für die Kultur

Die gegenwärtige Lage ist für den Kultursektor zwiespältig. Es wurde viel investiert in

Schutzkonzepte und deren Umsetzung. So konnten Kulturprojekte und Veranstaltungen im

Sommer/Herbst sicher durchgeführt werden. Gleichzeitig ist in der gegenwärtigen Situation

eine grosse Verunsicherung spürbar, auch beim Publikum. Es fragt sich, ob es angesichts der

aktuellen Lage überhaupt noch vertretbar ist, Kulturanlässe durchzuführen.

 

Immer mehr Kantone schliessen Kultureinrichtungen oder erlassen die unterschiedlichsten

Regeln zur Einschränkung kultureller Aktivitäten. Der Kultursektor benötigt Klarheit von

Seiten der Behörden und schweizweit einheitliche Regelungen, um überhaupt vernünftig

planen zu können. Auch die Vereine der Laienkultur müssen wissen, welche Bedingungen für

ihre Vereinstätigkeiten wie beispielsweise Proben gelten.

 

Zur Webseite der Taskforce Culture: www.taskforceculture.ch

 

Die Mitglieder der Taskforce Culture: Olivier Babel (LIVRESUISSE), Stefan Breitenmoser (SMPA – Swiss Music Promoters Association), David Burger (MMFS – MusicManagersForum Suisse), Regine Helbling (Visarte – Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Liliana Heldner (DANSE SUISSE – Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden), Christian Jelk (Visarte – Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Sandra Künzi (t.Theaterschaffende Schweiz), Alex Meszmer (Suisseculture), Marlon Mc Neill (IndieSuisse – Verband unabhängiger Musiklabels und -produzent*innen, SMECA – Swiss Media Composers Association), Jonatan Niedrig (PETZI – Verband Schweizer Musikclubs und Festivals), Nicole Pfister Fetz (A*dS – Autorinnen und Autoren der Schweiz, Suisseculture Sociale), Rosmarie Quadranti (Cultura), Nina Rindlisbacher (SMR – Schweizer Musikrat), Beat Santschi (SMV – Schweizerischer Musikerverband, die Schweizer Musiker*innengewerkschaft, Christoph Trummer (SONART – Musikschaffende Schweiz)

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