» SUISA

Die No-Billag-Initiative gefährdet das Schweizer Kulturschaffen!

Die Initiative bezweckt den gänzlichen Abbau der öffentlich-rechtlichen Finanzierung der elektronischen Medien Radio und Fernsehen. Im Juni 2015 haben die Schweizer Stimmbürger dem Wechsel von einer nutzungsabhängigen Radio/TV-Empfangsgebühr auf eine Haushaltsgebühr zugestimmt. Die Haushaltsgebühr soll per 1.1.2019 eingeführt werden. Das Inkasso für diese Haushaltsgebühr wird durch die Firma Serafe durchgeführt werden. Die Billag wird auf den 31.12.2018 deshalb geschlossen. Der Titel «No Billag» bei der Initiative ist doppelt irreführend. Es geht hier weder um die Firma Billag noch um die Firma Serafe, die beide lediglich Inkassofirmen sind. Das wahre Ziel der Initianten ist, dass der Staat kein Geld mehr an elektronische Medien zahlt. Was einen massiven Programmabbau zur Folge hätte, der besonders auch dem Schweizer Musikschaffen grossen Schaden zufügen würde.

  • Werden Schweizer Sender, darunter auch einige Privatradios, vor allem in ländlichen Regionen nicht mehr vom Staat unterstützt, droht ein Kahlschlag in der Schweizer Musiklandschaft. Rein werbefinanzierte Sender spielen einen massiv kleineren Anteil an Schweizer Musik (siehe Tabelle auf der folgenden Seite).

  • Die sieben Hauptargumente, warum man als Schweizer Komponist, Sänger, Musiker oder auch nur Musikhörer bei der No-Billag-Initiative NEIN stimmen sollte:

1. Nur in den SRG-Programmen und in den ebenfalls staatlich unterstützten Privatsendern findet die Schweizer Musik einen angemessenen Sendeplatz: Im Schnitt der SRG-Programme sind 21% der Musiktitel schweizerisch. Bei den meisten Privaten sind es im Schnitt nur 9%.

2. Die SRG-Programme weisen die grösste Vielfalt an Schweizer Musiktiteln auf, weil sie nicht nur die internationalen Hits, sondern auch weniger bekannte Musik senden: Im Schnitt sind es in den SRG-Programmen jährlich über 14‘000 unterschiedliche Titel, bei den meisten Privaten weniger als ein Drittel davon, im Schnitt gerade mal 4‘175.

3. Die Schweiz ist ein Land mit vier Sprachen und vier Kulturen. Die Vielfalt des Angebots an Schweizer Musik ist also enorm wichtig. Nur mit den staatlich finanzierten Sendern besteht auch für Tessiner oder rätoromanische Lieder eine Chance, gehört zu werden.

4. Von der Vielfalt an Titeln profitieren alle Musiksparten und besonders stark auch weniger bekannte Schweizer Musikschaffende. Wo sonst sollen Konzerte oder Aufnahmen von Volksmusikern, Jazzern oder Newcomer-Bands gesendet werden? Die privaten Radiostationen spielen kaum solche Musik, weil damit keine Werbeeinahmen erzielt werden können.

5. Gerade die Sender der SRG tragen auch mit Interviews, Konzertübertragungen und Livesendungen zur Verbreitung und zum Erfolg der Schweizer Musik bei.

6. Nur ein gebührenfinanziertes Radio oder Fernsehen kann es sich leisten, auch mal Sendungen zu gestalten, für die wenig oder keine Werbeaufträge eingeholt werden können. Hierzu gehören nicht nur die Sender der SRG SSR sondern auch 21 private, konzessionierte Radio- und 13 TV-Sender, insbesondere in Berg- und Randregionen.

7. Ohne die gebührenfinanzierten Programme wird die Schweizer Musik wenig Chancen haben, prominent gesendet und damit bekanntgemacht zu werden. Das führt dazu, dass auch weniger Schweizer Musiktitel komponiert und aufgeführt werden.

Wem die Vielfalt der Schweizer Musik wichtig ist, der stimmt gegen die No-Billag-Initiative!

Du willst Dich als Schweizer Künstler gegen die No-Billag-Initiative stark machen? Unterstütze den Künstleraufruf hier.

 


Programme der Radiosender – Kernaussagen bzgl. aller SRG-Sender / ausgewerteter Privatsender:

  • Durchschnittlicher Anteil Schweizer Musik SRG: 21%

  • Durchschnittlicher Anteil Schweizer Musik Privatsender: 9%

  • Durchschnittliche Programmvielfalt SRG: 14‘044 verschiedene Aufnahmen pro Jahr

  • Durchschnittliche Programmvielfalt Privatsender: 4‘175 verschiedene Aufnahmen pro Jahr

  • Allgemein: Überschneidung Airplay bei verschiedenen Privatsendern: ca. 75%

 

 

Anteil SUISA-Repertoire (2016)* / Programmvielfalt in Schweizer Radiosendern (2015)**

Sender SRG Anteil: SUISA-Werke am gesamten Musikprogramm Vielfalt: Anzahl unterschiedliche Musiktitel Sender Privat Anteil Vielfalt
SRF MW 34.78% 28‘978 Radio 24 8.54% 2‘320
Swiss Classic 7.03% 4‘007 Argovia 7.04% 2‘669
Swiss Jazz 8.19% 10‘645 Sunshine 8.63% 1‘746
Virus 49.13% 8‘206 Fribourg 2.87% 8‘606
Swiss Pop 25.33% 4‘929 Central 11.54% 6‘885
SRF 3 23.21% 13‘702 Zürisee 7.47% 4‘319
SRF 2 13.51% 16‘826 Beo 27.95% 10‘012
SRF 1 17.67% 12‘189 Pilatus 9.26% 2‘389
Rete Uno 8.26% 8‘600 Chablais 3.02% 1‘137
Rete Due 5.25% 18‘335 Energy ZH 8.13 1‘670
Rete Tre 11.66% 14‘209
RTR 38.76% 18‘176
La Première 14.23% 12‘728
Espace 2 9.87% 27‘075
Couleur 3 13.97% 19‘220
Option Musique 9.61% 6‘881
Total 224‘706 41‘753
Schnitt 20.99% 14‘044 8.8% 4‘175


* Quelle: www.suisa.ch/hitparade / Ein Werk gilt als SUISA-Repertoire, sobald mindestens einer der beteiligten Urheber ein SUISA-Mitglied ist.
** Auswertung von Swissperform

Peter Reber

Musiker

«Natürlich brauchen wir auch private Medien, aber auch eine unabhängige, starke SRG, die sich dem Land verpflichtet fühlt und nicht irgendwelchen Aktionären. Eine Annahme der No-Billag-Initiative wäre verheerend für die Schweiz. Deshalb unbedingt ein Nein eingeben!»

Franz Treichler

Komponist und Sänger der Band  «The Young Gods»

«Die No-Billag-Initiative bedroht die Meinungsvielfalt in der Schweiz. Unsere Demokratie braucht unabhängige Medien.» 

Gotthard

Rockband

«Für uns als Musiker ist klar, dass diese Initiative abgelehnt werden muss. Sie bedroht unsere kulturelle Vielfalt, unsere Individualität und dadurch die Identität der Schweiz.»

«Medien, die vor allem nach Anzahl Klicks und Shareholdervalue ausgerichtet sind, sind eine Gefahr für uns alle! Aus ganz verschiedenen Gründen.»

Wer kämpft dagegen?

Informiert bleiben

SUISAblog

Newsletter

Die Stiftung der SUISA

FONDATION SUISA

Mint Digital Services

mint services