19.05.09 - Umfrage zeigt: Musik darf etwas kosten
Musik ist den Schweizerinnen und Schweizern sehr wichtig. Entsprechend geniesst die Arbeit der Musikschaffenden eine hohe Wertschätzung: 91 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass Komponisten und Musikautoren für die Nutzung ihrer Werke bezahlt werden sollen. Und auch für das private Kopieren ihrer Werke auf CDs oder MP3-Player sollen die Musikschaffenden Geld erhalten.
Zürich, 19. Mai 2009 – Gemäss einer repräsentativen Umfrage halten 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine der Kunstformen Musik, Literatur, Kino/Film, Malerei, Tanz oder Theater für sehr wichtig. Musik wird dabei am häufigsten als die wichtigste Kunstform bezeichnet (37%), und über 40 Prozent der Befragten bezeichnen Musik als «lebenswichtig» oder «ihre Leidenschaft». Der durchschnittliche Musikkonsum liegt bei 3,2 Stunden im Tag. Dies ergab eine repräsentative Befragung der gfs-Zürich in der Deutschschweiz und Romandie. Neben der Einstellung zur Musik wurden auch das Konsumverhalten und die Einstellung zum Urheberrecht erhoben.
Musikschaffende sollen für Kopieren entschädigt werden
91 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind der Meinung, dass Komponisten und Musikautoren bezahlt werden sollen, wenn ihre Musik gesendet oder aufgeführt wird (74% ohne Einschränkung, 17% stimmen zumindest teilweise zu). Entsprechendes gilt für die Frage, ob Musikschaffende für das Kopieren ihrer Werke entschädigt werden sollen. 77 Prozent stimmen zu (davon 20% teilweise). Die durchschnittliche Zustimmung steigt mit zunehmenden Alter und höherer Ausbildung der Befragten. Bei Personen mit höherer Ausbildung liegt die Zustimmung bei 95 Prozent (Entschädigung allgemein) bzw. 88 Prozent (Entschädigung für das Kopieren).
Neben der Bildung ist das Alter der Befragten ein wichtiger Faktor. In der Altersgruppe unter 35 Jahren sind knapp 30 Prozent einer Kopierentschädigung gegenüber eher kritisch oder kritisch eingestellt. Ein grosser Unterschied zeigt sich zwischen den Landesteilen: In der Romandie unterstützen 84 Prozent eine Kopiervergütung (davon 43% «sicher schon»), in der Deutschschweiz sind es noch 75 Prozent (davon 24% «sicher schon»). Die Kopierentschädigung zugunsten der Musikschaffenden wird damit von der Schweizer Bevölkerung klar bejaht.
Musikkonsum: Vom Radio zum Handy?
Noch ist das Radio der klare Spitzenreiter unter den Möglichkeiten zum Musikkonsum: 72 Prozent der Befragten hören nach eigenen Angaben täglich Radio, rund die Hälfte geniesst Musik via HiFi-Anlage. Internet und MP3-Player werden ebenfalls intensiv benutzt: Rund 40 Prozent hören Musik von einer dieser Quellen – bei den jungen Befragten (16–35 Jahre) sind es gar rund 60 Prozent. Das Mobiltelefon entwickelt sich zunehmend zum mobilen Allzweckgerät. Ein Fünftel der Bevölkerung nutzt das Handy schon jetzt zum Musikhören, bei der Gruppe unter 35 Jahren sind es 37 Prozent.
Kaufverhalten: Internetnutzung ist eine Frage des Alters
Nur ein Viertel aller Befragten bezieht Musik über das Internet, bei den Personen unter 35 sind es immerhin 43 Prozent. Es fällt auf, dass gerade diese relativ grosse Gruppe mehr Musik gratis von Tauschbörsen herunterlädt, als sie über kostenpflichtige Shops erwirbt. Rund ein Fünftel in dieser Altersgruppe gibt sogar an, sich monatlich mehr als 15 Songs via Tauschbörse kostenlos zu beschaffen.
Wer älter ist als 35, bezahlt in der Regel für Musik im Internet: Die 35- bis 50-jährigen kaufen gemäss eigenen Angaben dreimal mehr Songs in Onlineshops, als sie kostenlos herunterladen. Bei den über 50-jährigen kauft jeder Zehnte Musik im Web.
Viele kopieren nie, Junge tun es regelmässig
Ähnlich wie bei der Internetnutzung gibt es beim Kopierverhalten markante Unterschiede zwischen den Altersgruppen: 67 Prozent aller Befragten kopieren keine Musik-CDs oder DVDs, weder auf CD/DVD, Computer noch auf MP3-Player. Nutzt bei den über 50-jährigen nur eine von zehn Personen die Möglichkeit zum Kopieren, so kopiert bei den unter 35-jährigen mehr als die Hälfte regelmässig Musik.
SUISA ist wichtig für CH-Musikszene
Mehr als die Hälfte der Befragten weiss, dass es in der Schweiz eine Organisation gibt, die die Urheberrechte der Komponisten, Musikautoren und Verleger vertritt. Dem Namen nach kennen 40 Prozent die SUISA. Nur ein Viertel weiss dagegen, dass die SUISA eine nicht-profitorientierte Organisation (NPO) ist. Unbestritten ist der Stellenwert der SUISA bei denen, die über ihre Aufgabe im Bild sind: Über 70 Prozent halten die Arbeit der SUISA für wichtig mit Bezug auf die Schweizer Musikszene.
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